Gefördertes Einzelprojekt 2022

Titel«Português em Prática (PeP)» – Portugiesisch in der Lehre: Erarbeitung eines Lehrbuchs für Portugiesisch als Schulfremdsprache
ProjektleitungDr. Yvonne Hendrich
Fachbereich / InstitutFachbereich 05 - Romanisches Seminar
KurzbeschreibungEntstanden ist das Projekt „Português em Prática (PeP)“ durch das seitens der Studierenden gestiegene Interesse am Erwerb einer Lehrqualifikation für Portugiesisch und damit verbunden auch die Bereitschaft, sich freiwillig und über die eigenen Fächerkombinationen im Lehramtsstudium hinaus Kenntnisse im Portugiesischen anzueignen. Im Zuge des ersten Förderzeitraums 2020 konnten sich erste Etappenziele (u.a. auch mit der Einrichtung einer Portugiesisch-AG am Otto-Schott-Gymnasium Mainz-Gonsenheim) umsetzen lassen. Dabei hat sich eine feste Gruppe von ca. 15 Studierenden aus B. A., B. Ed.- und Masterstudiengängen etabliert, die dabei von ihren Kenntnissen in Didaktik anderer (romanischer) Sprachen sowie Unterrichtserfahrungen profitieren, die sie konstruktiv in den Bearbeitungsprozess einbringen können. Gemeinsam mit dieser Projektgruppe wird als Ziel des aktuellen Projektzeitraums ein deutschsprachiges Lehrwerk (Niveau A1-A2) für Portugiesisch im Fremdsprachenunterricht gemäß den Richtlinien des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen zur Anwendung in der schulischen Praxis erarbeitet, das einen auf Mehrsprachigkeit ausgerichteten Ansatz und eine Ausrichtung auf neokommunikativen Sprachunterricht verfolgt. Die Publikation ist beim Narr-Verlag in Tübingen für Frühjahr 2023 geplant, womit dem bisherigen Fehlen eines entsprechenden fachdidaktischen Angebotes für Portugiesisch auf dem deutschen Markt Abhilfe geschaffen und zukünftigen Lehrenden das entsprechende didaktische Material an die Hand gegeben werden soll. In Hinblick auf Inhalt und Struktur des Lehrbuchs sind 12 Lektionen geplant, die von Hör-, Text- und Ausspracheübungen, Grammatikübersichten sowie einer umfassenden Vokabelliste komplettiert werden. Der sprachliche Fokus liegt auf dem europäischen Portugiesisch, im Sinne einer lusophonen Konzeption – und nicht zuletzt auch eines kontrastiven Sprach- und Kulturbewusstsein – wird aber auch die brasilianische Varietät mit ihren Unterschieden in der Sprachvermittlung einbezogen. An der Schnittstelle von sprachpraktischer Lehre, Mehrsprachigkeitsdidaktik und Fremdsprachenerwerb gilt es bei der Konzeption des Lehrwerks folgende Kriterien und Herausforderungen zu berücksichtigen:

• Bedürfnisse des nicht-herkunftssprachlichen Publikums als Zielgruppe

• Erwerb folgender Kompetenzen: Funktionale und interkulturelle kommunikative Kompetenz, Sprachbewusstsein, Sprachlernkompetenz, Text- und Medienkompetenz

• Vermittlung von Lernstrategien, handlungsorientierter Unterricht für fremdsprachliche Handlungskompetenz in schulischer/außerschulischer Lebenswelt

• „Authentizität“ bei Dialogen und Texten

Im SoSe 2022 sollen die bereits erarbeiteten Lektionen, Lehr- und Übungsformate im Rahmen meiner sprachpraktischen Lehrveranstaltungen erprobt und gemeinsam mit Studierenden und der bereits bestehenden Projekt-Gruppe weiterentwickelt werden. Ebenso sollen diese in der oben erwähnten Portugiesisch-AG am Otto-Schott-Gymnasium zur Anwendung gelangen, zumal es sich hier um die betreffende Zielgruppe (nicht-muttersprachlich, 3. Fremdsprache, entsprechende Altersstufe) handelt, für die das Lehrwerk konzipiert wird.