Aktuelle Themen

Studien zum Entwicklungskontext der Studierenden, die aktuell auf die Universitäten zukommen, finden generationale Unterschiede, deren Einfluss auf die Organisation von Lernen und Lehren bedenkenswert ist. Im Wesentlichen werden dabei drei Aspekte genannt. Erstens, der schnelle Zugang und die breite Verfügbarkeit zu Wissen verändert die Einstellung zum Lernen. Die Herausforderung ist weniger das Auffinden als das bündeln, bewerten und verknüpfen von Wissen. Zweitens sind weite Teile der aktuellen Generation bereit zu gesellschaftlichem und sozialem Engagement, wie die Initiativen der Fridays for Future oder der Public Climate School ausweisen. Drittens wird festgestellt, dass eine Herausforderung dieser Generation darin besteht, individualisiertes Lernen und individuelle Rückmeldung zu geben und anzunehmen.

Der Übergang von der Schule zur Universität stellt für die jungen Erwachsenen einen Paradigmenwechsel dar. Wenn die akademische Integration gelingt, so ist dies ein guter Prädiktor für Studienerfolg. Gelingt diese nicht, so steigt die Studienabbruchneigung (Wagner, 2021). Die AG Millennials des GLK schlägt vor, dass sich die Universität mit der Frage befasst, welche strukturellen und administrativen Maßnahmen geeignet sein können, zur Sicherung des Studienerfolgs und der Stärkung der akademischen Kompetenzen der Generation der Millennials beizutragen.

Universitäre Lehre wird meist als Verpflichtung definiert: über die Lehrdeputate der einzelnen Lehrenden oder über die Lehrveranstaltungen, die ein Fach, ein Institut oder ein Fachbereich vorzuhalten haben, um die akkreditierten Studiengänge zu bedienen. Dies trägt dazu bei, dass Lehre bisweilen als Lehrbelastung wahrgenommen wird. Die AG soll ausloten, wie unter den sich verändernden Bedingungen von Lehren und Lernen bestehende Verpflichtungen flexibler gehandhabt können. Das Ziel ist, Lehrende und Fächer punktuell zu entlasten und Kapazitäten für neue, attraktive Lehrformate, Lehrkooperationen, Tandemlehre etc. freizusetzen. Dies könnte dazu beitragen, statt der Lehrbelastung die Lehrleistung in den Fokus zu rücken

Die Förderung der Wertschätzung der Lehre ist ein zentrales Anliegen des GLK. In Berufungsverfahren werden die personellen Weichen dafür gestellt, wie sich die Lehre an der JGU in Zukunft weiter entwickeln wird. Das GLK möchte daher auf eine stärkere Berücksichtigung der Lehrqualifikation und Lehrqualität in Berufungsverfahren an der JGU hinwirken. Zu diesem Zweck hat das GLK Vorschläge für Standards zur Berücksichtigung der Lehrqualifikation in Berufungsverfahren erarbeitet. Die Standards sollen zu einer Erhöhung der Transparenz in Berufungsverfahren und damit zu einer professionelleren Personalauswahl und zu einer größeren Wertschätzung der Lehre an der JGU beitragen. Bei der Entwicklung der Standards wurde großer Wert auf die Respektierung der Besonderheiten der Fachbereiche und Fachkulturen und geringen Aufwand für die Implementierung gelegt. Die Standards wurden dem Senat der JGU im Juli 2020 vorgestellt. Im Anschluss hat das GLK der Hochschulleitung empfohlen, die 10 Standards für die Lehre in Berufungsverfahren in der dem Senat vorgestellten Form in den geplanten verbindlichen Leitfaden für Berufungsverfahren aufzunehmen. Daneben wurde ein Instrumentarium zur Beurteilung der Lehrqualifikation in Berufungsverfahren entwickelt, das den Fachbereichen und Hochschulen ebenfalls in diesem Rahmen zur Verfügung gestellt werden soll.

Download: Empfehlung des GLK für Standards.

Der Prozess der Digitalisierung wird – beschleunigt durch die Corona-Pandemie- im Bereich der Lehre an Hochschulen nicht nur zur Veränderung von Lehrinhalten und Lehr- und Lernmethoden führen, sondern auch zu strukturellen Veränderungen. Das GLK begleitet diese Entwicklung.
An der JGU werden durch das Zentrum für Qualitätssicherung und –entwicklung regelmäßig Lehrveranstaltungsevaluationen durchgeführt. Aber wie gehen die Fachbereiche und Hochschulen mit den Ergebnissen um? Eine AG des GLK hat Vorschläge dazu erarbeitet, wie die Lehrveranstaltungsevaluationen in stärkerem Maße als bislang wirksam genutzt werden können, um die Lehre an der JGU weiter zu verbessern. Es ist geplant, diese Vorschläge weiter zu verfolgen.
Das Projekt des Vizepräsidenten für Studium und Lehre der JGU, Univ.-Prof. Dr. Stefan Jolie, hat zum Ziel, das Studienangebot und die Studienstrukturen an der JGU vor dem Hintergrund der sich verändernden Studierendenschaft und der Arbeitswelt der Zukunft weiterzuentwickeln. Dafür soll in einem mehrjährigen Prozess ein breiter Dialog mit Beteiligung aller Statusgruppen der JGU stattfinden. Das GLK begleitet Prozess u.a. durch die Beteiligung in einem Lenkungsausschuss.