Das GLK zeichnet seit 2014 herausragende Persönlichkeiten, die sich um die Lehre verdient gemacht haben, mit dem Gutenberg Teaching Award aus.
Hier stellen wir Ihnen die Preisträgerinnen und Preisträger vor.
Terence Blanchard erhält den Gutenberg Teaching Award der JGU Mainz für sein außergewöhnliches Wirken als Musiker, Komponist und insbesondere als engagierter Lehrer und Mentor. Als gefeierter Jazz-Trompeter, Opern- und Filmkomponist hat er über 20 Alben veröffentlicht und die Musik zu mehr als 60 Filmen komponiert. Er wurde mehrfach mit Grammy Awards ausgezeichnet sowie zwei Mal für einen Oscar für die Beste Filmmusik nominiert.
Im Zentrum seiner Auszeichnung steht jedoch Blanchards visionäre Rolle als Pädagoge. Er gilt als einer der einflussreichsten Jazz-Lehrer der Gegenwart und prägte Institutionen wie das Herbie Hancock Institute of Jazz (ehemals Thelonious Monk Institute). Blanchard unterrichtete an renommierten Universitäten wie dem Berklee College of Music in Boston oder der University of Miami und übernahm 2023 die künstlerische Leitung von SFJAZZ in San Francisco, einer Organisation, die jährlich über 250.000 Menschen mit vielfältigen Bildungsangeboten und Konzerten erreicht. In seiner Lehre betont Blanchard die Komposition als Ausgangspunkt für kreative Entwicklung. Er fördert eine experimentelle, gleichberechtigte Lernumgebung, in der jede Idee zählt – unabhängig von Herkunft oder Geschlecht. Für ihn ist Jazzpädagogik ein „Labor“, das junge Menschen dazu befähigen soll, nicht nur zu spielen, sondern auch eigene musikalische Visionen zu entwickeln. Diese Haltung verkörpert er auch als Bandleader, indem er stets junge Talente fördert.
Blanchards Engagement für soziale Gerechtigkeit fließt auch in seine Arbeit als Lehrer ein. Musik versteht er als Mittel zur Aufklärung, zum Dialog und zur Ermutigung. Sein Werk ist ein Appell an Verantwortung und Menschlichkeit – und damit ein herausragendes Beispiel für die Verbindung von künstlerischer Exzellenz und pädagogischer Mission.
Der Preisträger des Gutenberg Teaching Awards 2025, Terence Blanchard, besuchte die JGU am 16. und 17. Juli 2026.
Persönliche Entgegennahme des Gutenberg Teaching Awards von Terence Blanchard
Terence Blanchard hat den Gutenberg Teaching Award am 16.07.2026 persönlich entgegengenommen.
Programm:
Grußwort: Prof. Dr. Stephan Jolie, Vizepräsident für Studium und Lehre der JGU
Laudatio: Prof. Dr. Andrej Gill, Direktor des Gutenberg Lehrkollegs
Verleihung des Gutenberg Teaching Awards und Eintrag in das Goldene Buch der JGU
Erwiderung: Terence Blanchard
Terence Blanchard und Gutenberg Jazz Collective
Gutenberg Jazz Collective 2025/26 unter der Leitung von Prof. Sebastian Sternal:
Līva Dumpe (Gesang, Lettland)
Coleman Rose (Saxophon, USA)
Leandro Hernandez-Waber (Klavier, Deutschland, JGU)
Kertu Aer (Bass, Estland)
Kabelo Mokhatla (Schlagzeug, Südafrika)
Matthias Nick (Gitarre, Deutschland, JGU)
Terence Blanchard als inspirierende Lehrpersönlichkeit
Die gut zweistündige Masterclass richtete sich sowohl an Studierende und Lehrende des Jazz als auch an Studierende und Lehrende aller Fachbereiche.
Terence Blanchard verdeutlichte – unterstützt von Studierenden der Hochschule für Musik – wie man komplexe Inhalte (etwa Jazzrhythmen und Kompositionsmethoden) durch anschauliche Beispiele, gemeinsame kreative Prozesse und Gespräche auf Augenhöhe für unterschiedliche Zielgruppen, sowohl mit als auch ohne musikalische Vorbildung, zugänglich vermitteln kann.
Indem er sein Wirken als Lehrer immer wieder in den Kontext seiner eigenen Lehrerinnen, Lehrer und Mentor:innen stellte, machte er deutlich, welchen prägenden Einfluss gute Lehre haben kann.
Ein persönlicher Austausch mit Terence Blanchard
Das Obama Institute for Transnational American Studies lud Studierende und Lehrende aller Fachbereiche zu einem persönlichen Austausch mit Terence Blanchard ein.
Die Veranstaltung, moderiert von Dr. Sonja Georgi und Dr. Julia Velten, bot vor allem Studierenden die Gelegenheit, Herrn Blanchard zu einem breiten Spektrum an Themen zu befragen: von Filmmusik und der strategischen Planung von Musikalben über sein politisches Engagement – geprägt von den Erfahrungen mit mangelnder staatlicher Hilfe für die schwarze Bevölkerung nach Hurrican Katrina – bis hin zu seinem Einsatz gegen Waffengewalt im US-amerikanischen Kontext.
Auf die Frage nach ganz einfachen, konkreten Tipps für gelungenes Unterrichten antwortete Herr Blanchard pointiert: „Don’t lie, keep things in context, make the stuff relevant for students.“ Er betonte mehrfach die zentrale Rolle engagierter Lehre: In einem System aufgewachsen, in dem African Americans oft abgewertet wurden, seien seine Lehrerinnen und Lehrer für seine persönliche Entwicklung und berufliche Karriere entscheidend gewesen seien. Lehrende hätten die Macht, das Leben ihrer Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu beeinflussen, gerade auch in einem schwierigen Umfeld. Bildlich gesprochen würden sie Samen setzen. Ob diese gleich aufgingen oder erst Jahre später, wisse man nicht, aber es sei gleichwohl wichtig, weiterhin zu säen.
Abschließend dankte Prof. Mita Banerjee Terence Blanchard herzlich für seine inspirierenden Impulse.
Filmvorstellung von „BlacKkKlansman“ (2018)
In Kooperation mit FILMZ und dem Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft (FTMK) wurde zunächst der Film „BlacKkKlansman“ (2018) gezeigt, dessen eindringliche Filmmusik von Terence Blanchard komponiert wurde und ihm eine Oscar-Nominierung einbrachte.
Im Anschluss luden Fabian Kling (FTMK) und Rafael Dech Pons (FILMZ) das Publikum zu Fragen ein. Herr Blanchard gewährte tiefe Einblicke in seine Zusammenarbeit mit Regisseur Spike Lee und seine kreativen Prozesse beim Komponieren von Filmmusik. Er berichtete auch über Diskriminierungserfahrungen von African Americans in der US-amerikanischen Filmindustrie und beantwortete viele weitere Fragen bis ins Detail.
Das Publikum bedankte sich bei Herrn Blanchard mit einem herzlichen Applaus, der nicht nur Dank, sondern auch Respekt für sein künstlerisches Werk und sein großes Engagement ausdrückte.
Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft
Prof. Dr. h. c. John Hattie wird auf Vorschlag des Fachbereichs FB 02 vom GLK mit dem Gutenberg Teaching Award 2023 ausgezeichnet. Damit wird seine über 30 Jahre andauernde Forschung in den Bereichen Erziehungswissenschaft und Pädagogische Psychologie gewürdigt. Unter anderem erforscht John Hattie in umfangreichen Studien und Meta-Studien die Effekte von Feedback auf den Lernerfolg bei Lernenden aller Altersgruppen von der Grundschule bis zur Universität. Im Wesentlichen haben seine Arbeiten bzw. die von seinen Publikationen inspirierten Studien in verschiedenen Institutionen und über eine Vielzahl von Fachdisziplinen hinweg gezeigt, dass Lehrpersonen mit ihren Kompetenzen, Beziehung und Kommunikation zu gestalten, nachweislich einen substanziellen – und auch anschaulich quantifizierbaren – Einfluss auf den Lernerfolg haben.
Diese Erkenntnisse hat John Hattie für die Akademische Lehre und für die Schulpraxis aufbereitet, zum Beispiel in seinem Werk „Visible Learning for Teachers“ (2013). John Hatties Arbeiten sind hochgradig relevant für Studierende im Lehramtsstudiengang und setzen Impulse für die universitäre Lehre.
John Hattie ist Professor an der University of Melbourne. Er ist Officer des New Zealand Order of Merit (ONZM), ernannt von Königin Elisabeth II, und Ehrendoktor der Universität Augsburg.
Prof. Dr. h.c. John Hattie hat den Gutenberg Teaching Award am 12. November 2024 persönlich entgegen genommen.
Prof. Mills Kelly wird auf Vorschlag des Fachbereichs 07 vom GLK mit dem Gutenberg Teaching Award 2019 ausgezeichnet. Damit werden seine besonderen Leistungen im Bereich der didaktischen Lehrkonzepte gewürdigt. Einen besonderen Beitrag zur Weiterentwicklung der digitalen, universitären und historischen Lehre leistet Prof. Kelly, indem er auch vor unkonventionellen Wegen zur Integration von Studierenden in langfristige Projekte zwischen Forschung und Lehre nicht zurückschreckt und damit die Förderung von Kompetenzen in den Bereichen der Data Literacy in der Lehre verankert. Mills Kelly ist Professor am „Center for History and New Media“ der George Mason Universität in Fairfax, Virginia (USA), und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Europäischer Geschichte, der Public History sowie mit digitalen Methoden der Geschichtswissenschaft. Zudem engagiert er sich in verschiedenen Institutionen, wie der „International Society for the Scholarship of Teaching and Learning“ (ISSOTL) und dem „Scholarship of Teaching and Learning in History“ (HistorySOTL). Sein aktuelles Projekt zur digitalen öffentlichen Geschichte befasst sich mit der Geschichte des Appalachian Trails.
Am 18.06.2024 bot Prof. Kelly gemeinsam mit Dr. Andreas Frings (FB 07) einen Workshop zum Thema „Feedback in der Lehre“ an; die Einladung finden Sie hier.
Herr Dr. Frings fasst zusammen: „Feedback ist ein wesentliches Element des Lehrens und Lernens. Wenn wir als Lehrkräfte über Feedback nachdenken, denken wir oft nur an die Kommentare und Vorschläge, die wir unseren Studierenden zu ihren Arbeiten machen. Wenn wir einen breiteren Blick darauf werfen, was pädagogisches Feedback ist oder sein kann, öffnen wir die Tür zu innovativen Ansätzen für das Lehren und Lernen in allen Disziplinen. In diesem Workshop wurden die Teilnehmer zunächst mit einem Verständnis von Feedback vertraut gemacht, nachdem Feedback im Sinne wertschätzender, konkreter und präziser Rückmeldung von einem guten diagnostischen Blick und Ohr abhängt. Nur wer ein gutes Verständnis vom fachspezifischen Denkprozess hat, vermag die Fortschritte (und auch Rückschritte) in der Entwicklung des fachspezifischen Denkens bei Studierenden zu sehen und zu hören und konkret darauf zu reagieren. In diesem Sinne tauschten sich die Teilnehmer:innen dann auch darüber aus, wie Feedback an Studierende, unter Studierenden und von Studierenden in einen Kurs integriert werden kann.“
Prof. Dr. h. c. Geoffrey Brennan wird mit dem Gutenberg Teaching Award 2018 für seine Entwicklung und Leitung innovativer interdisziplinärer Studiengänge, in denen die unterschiedlichen Disziplinen Philosophie, Politik- und Wirtschaftswissenschaften vereint werden, sowie sein jahrzehntelanges Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs ausgezeichnet. Geoffrey Brennan ist emeritierter Professor der Australian National University (ANU) in Canberra, der Duke University in Durham, North Carolina (USA), sowie der University of North Carolina in Chapel Hill. Internationale Anerkennung für sein außergewöhnliches Engagement in der Lehre erhielt er vor allem aufgrund des Aufbaus innovativer Bachelorstudiengänge im Schnittfeld von Philosophie, Politik und Wirtschaftswissenschaften („Philosophy, Politics, and Economics“/PPE).
Prof. Dr. Musa W. Dube, University of Botswana, vorgeschlagen durch den Fachbereich 01, hat besondere Verdienste um die Förderung eines HIV/Aids-sensitiven Curriculums in der Theologischen Ausbildung, eine afrikanischen Bibelwissenschaft und die Nachwuchsförderung Afrikanischer Theologinnen vorzuweisen. Sie ist eine führende Neutestamentlerin Afrikas und eine der führenden Repräsentantinnen des „Circle of Concerned African Women Theologians“. Mit ihrer Arbeit konnte sie maßgebend zum Selbstbewusstsein Afrikanischer Dozierender und Studierender beitragen. Für ihre Leistungen wird sie mit dem Gutenberg Teaching Award 2017 ausgezeichnet.
Die Preisträgerin war im Herbst 2017 zu Besuch an der Johannes Gutenberg-Universität und erhielt im Rahmen des DIES LEGENDI am 26. Oktober den ihr verliehenen Preis.
Prof. Dr. Musa W. Dube hat den Gutenberg Teaching Award am 26.10.2017 im Rahmen des Dies Legendi persönlich entgegengenommen.
Professor Carl Edwin Wieman, Stanford University USA, Professor der Physik und Professor der Graduate School of Education, wird auf Vorschlag des Fachbereichs 08 mit dem Gutenberg Teaching Award 2016 ausgezeichnet. Der Nobelpreisträger im Bereich der Quantenoptik hat sich intensiv mit der Vermittlung von naturwissenschaftlichem, technischem und mathematischem Wissen auseinandergesetzt und neue, wissenschaftlich fundierte Methoden etabliert. 2007 gründete er die Carl Wieman Science Educational Initiative CWSEI an der University of British Columbia, die – aufgegliedert in verschiedene naturwissenschaftliche Bereiche – sich mit der jeweiligen fachwissenschaftlich und fachdidaktisch fundierten Wissensvermittlung und Ausbildung von Bachelor- und Lehramtsstudierenden befasst. Eine Vielzahl an Materialien und Anleitungen für Lehrkräfte und Studierende wird in Form von Schriften, Videos, Internet-Ressourcen und Programmen für moderne Medien und Lehransätze bereitgestellt, wobei Methoden des interaktiven Lehrens und selbstaktivierenden Lernens einen Schwerpunkt bilden. Die 2002 von Wieman gegründete Institution PhET Interactive Simulations project at the University of Colorado Boulder unterstützt Hochschulen bei der evidenzbasierten Ausarbeitung von Konzepten. Die interaktiven Online-Experimente sind für Studierende und Lehrende der experimentellen Wissenschaften sehr anregend. Wiemans Ansätze sind im angloamerikanischen Sprachraum bereits weit verbreitet. Die JGU freut sich auf einen Austausch mit Professor Wieman über seine Lehransätze im Rahmen der Verleihung des Gutenberg Teaching Awards und eines Gastaufenthalts an der JGU.
Das GLK zeichnete auf Vorschlag der Hochschule für Musik Mainz Prof. Masaaki Suzuki mit dem Gutenberg Teaching Award aus. Masaaki Suzuki ist Dirigent sowie Gründer und Leiter des Bach Collegiums Japan. Er hat sich um die Weiterentwicklung der akademischen Lehre in den Instrumentalfächern, im Dirigieren und im Gesang verdient gemacht, indem er seine pädagogische Arbeit über Fach- und Kulturgrenzen hinweg geöffnet hat. Suzuki hat den Preis im Laufe des Jahres 2016 persönlich entgegengenommen und seinen interdisziplinären Lehransatz an der JGU vorgestellt. Neben einem fächerübergreifenden Austausch mit Lehrenden fand eine Arbeitsphase und ein Konzert mit dem Exzellenzprogramm Barock Vokal im Rahmen seines Gastaufenthaltes an der JGU statt.
Prof. Dr. John Greenfield von der Universität Porto erhielt den Gutenberg Teaching Award für sein Engagement im Bereich Internationalisierung der akademischen Lehre: Er entwickelte und betreute ein für die Ausgestaltung des europäischen Hochschulraums wegweisendes Masterprogramm „Deutsche Literatur des Mittelalters im Europäischen Kontext“ sowie den Erasmus Mundus Master „German Literature in the European Middle Ages“ GLITEMA. Im Rahmen des DIES LEGENDI 2014 wurde John Greenfield mit dem Preis ausgezeichnet.